Mein Name ist Kerstin

Kerstin- DAS BIN iCH - Ines Thomsen Photography

… und das ist meine Geschichte

Es war Jänner 2019 als ich eine leicht erhabene Stelle in der Nähe meines Brustbeins spürte. Mein damaliger Gynäkologe konnte leider nichts ertasten und so sollte es noch neun Monate dauern, bis diese Entdeckung mein Leben für immer veränderte. Es war bereits der 30. September, als ich nach einer Mammographie die Worte „Es tut mir leid …“ aus dem Munde des Arztes hören musste. Tränen strömten wie Bäche aus meinen Augen als ich nach dem Gespräch aufs Fahrrad stieg, um so schnell wie möglich zu meinem Mann und meinem kleinen Sohn nach Hause zu radeln. Wie konnte das nur passieren? Ich war doch erst 36 Jahre alt.

Meine anschließenden Heul-Attacken habe ich so gut es ging in die Nacht verlagert. Als die Therapie im November startete, kam schließlich mein Lachen wieder zurück. Plötzlich war alles anders und ich habe mich der Therapie so positiv hingegeben, dass ich mich selbst oft nicht wieder erkannte. Die folgenden zwölf Chemos waren für mich sehr gut zu verkraften. Vor allem, da ich neben meiner Familie meinen Mann als ganz besondere Stütze an meiner Seite hatte. Obwohl er Angst um mich hat, hat er mich stets mit positiven Worten und ganz viel Liebe unterstützt. Gemeinsam durch diese Zeit zu gehen, hat uns nach 22 Jahren Beziehung sogar noch näher zueinander gebracht. Mein Sohn hat mir darüber hinaus die Kraft gegeben immer wieder aufzustehen und mir gezeigt, dass es sich zu kämpfen lohnt. Aus diesem Grund möchte ich allen Betroffenen und auch nicht Betroffenen da draußen sagen: Nehmt das Leben an. Es ist schön wie es ist. Hört auf euer Gefühl und bleibt positiv.

 

Steckbrief:

Name: Kerstin
Alter: 37 (05.08.1983)
Familie: Verheiratet, mit 5-jährigem Sohn

Diagnose:
Lokalisation: rechts, multizentrisch (5 > 1cm bei 9 – 10 Uhr, 2-3 Uhr)
Stadium: cT1c cN0 cM0 G3
Tumorbiologie: ER 100%, PR 90%, HER2 Rezeptor 0, Ki67: 30 %
Nach OP Histologischer Befund: 15%, 10cm Tumorareal

Alter bei Diagnose: 36 (09.2019)
Wie entdeckt: Selbst gespürt (leicht erhabene Stelle in Richtung Brustbein)

Davor regelmäßig selbst abgetastet: Ja, seit der Pubertät.

Themen nach Diagnose: Wie gehts weiter? Angst vor der Ungewissheit.

Das ist mir wichtig: Meine Familie.

Deshalb mache ich bei DAS BIN iCH mit: Ich möchte das Bewusstsein fördern, dass eine Krebserkrankung mit Kleinkind auftreten kann und bewältigbar ist.

Website: Mitglied bei der geschlossenen Facebookgruppe Brustkrebs Österreich

Therapieverlauf:
09/2019: Erstdiagnose Mammakarzinom
11/2019 bis 04/2020: 16 Zyklen Chemotherapie (12 x wöchentlich nabPaclitaxel, 4 x alle 2 Wochen Epirubicin/Cyclophosphamid)
04/2020: Einseitige subkutane Mastektomie mit gleichzeitigem Wiederaufbau mittels Silikon unter dem Brustmuskel ohne Straffung
05/2020 bis 06/2020: 15 x Bestrahlung
04/2020 bis 2025: Hormontherapie (1 x monatlich Zoladex Spritze für den künstlichen Wechsel, Exemestan täglich …)
05/2020: Halbjährlich für 3 Jahre Zometa Infusion (Knochendichte und Vorbeugung Knochenmetastasen)
12/2020 bis fortlaufend: Jährliche Kontrollen im KH (erste 04/2021) und freiwillige vierteljährliche Kontrollen im niedergelassenen Bereich bei einer Radiologin

Das ausführliche Interview zu dieser kurzen Story-Preview folgt bald!

Trigger Warnung

Diese Website behandelt das Thema Brustkrebs und beinhaltet neben persönlichen Schilderungen von Krebspatienten professionell erstelltes Bildmaterial, auf dem nackte Brüste und OP-Narben zu sehen sind.